Mit dem Märchenschiff auf dem Bodensee

„Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön …“ Wer erinnert sich nicht an dieses allseits bekannte Kinderlied mit seinen amüsanten Strophen, die zuweilen zum Schmunzeln anregen. Doch wer hat schon einmal von einem Märchenschiff gehört, das im Sommer den Überlingersee (Bodensee) kreuzt und auf dem für kleine und große Fahrgäste nonstop spannende Märchen und Geschichten zum Schmunzeln und Träumen erzählt werden?

Falls Ihnen das noch nicht bekannt ist, dann wird es aber Zeit! Denn ein solches märchenhaftes und einzigartiges Erlebnis gab es in diesem Sommer am 22. Juli zum ersten Mal.

Frei erzählte Märchen zum Schmunzeln und Träumen auf dem Märchenschiff

Gespannt hingen die Kinder und Erwachsenen an den Lippen der Märchenerzählerin Rita Maria Fröhle und des Märchenerzählers Karlheinz Schudt. Die kleinen und großen ZuhörerInnen tauchten nicht nur mit dem Fährschiff in die Wassertiefen des Bodensees ein und ließen sich sanft von einer Anlegestelle zur anderen schaukeln; nein, sie versanken auch in den farbenprächtigen und spannenden Märchenwelten, die ihnen die beiden Märchenerzähler den ganzen Tag über lebendig und anschaulich präsentierten.

Mit dem Märchenschiff auf dem Bodensee: Märchenerzählerin Rita Maria Fröhle

Wohlgemerkt – alle Märchen und Geschichten, die die beiden ErzählerInnen auf dem Märchenschiff aus ihrem reichhaltigen Märchenrepertoire hervor zauberten, wurden alle frei erzählt, also ohne Buch oder sonstige Vorlage. Gerade im freien Erzählen liegt ja der besondere Zauber, zumal hier die Kinder nicht nur mit dem Wort, sondern auch mit den Augen erreicht werden. Denn die Augen sind schließlich das Tor zur Seele!

Die Augen sind das Tor zur Seele

Schließlich erwarten wir selbst bei einem einfachen und alltäglichen Gespräch mit einem Mitmenschen, dass uns der und wir ihm dabei in die Augen schauen. Was würden Sie wohl denken, wenn Ihr Gegenüber beim Gespräch immer woanders hinschauen würde, nur nicht in Ihre Augen?

Falls Sie nun alleine oder mit Kindern den nächsten Sommerurlaub am Bodensee planen, dann behalten Sie doch gleich im Hinterkopf, dass das Märchenschiff sicherlich auch im nächsten Jahr fahren wird. Sie sollten sich dieses märchenhafte Erlebnis keinesfalls entgehen lassen.

Das Märchenschiff vom Bodensee

Fragen Sie einfach nach den nächsten Terminen!

Ach ja, und wenn Sie selbst die beiden MärchenerzählerInnen mit ihrem Erzähl-Programm einmal buchen möchten, dann downloaden Sie sich einfach die farbenprächtige Infomappe mit sämtlichen Konditionen und Preisen. Scheuen Sie sich nicht, den beiden MärchenerzählerInnen Ihre außergewöhnliche Idee mitzuteilen. Wer weiß, vielleicht entsteht so auch bei Ihnen ein einzigartiges und märchenhaftes Projekt, das viele Menschen anzieht.

© Karlheinz Schudt, Märchenerzähler

Zeit zum Träumen - Märchenerzählerin Rita Maria Fröhle

Erzählen von Märchen und Geschichten im Märchen-Tipi

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„Es war einmal …“ sind die ersten Worte und es dauert nur wenige Sekunden, bis die Kinder in ihrem eigenen „inneren Theater“ sitzen und dort das schönste Schauspiel erleben, das sonst kein Film- und Fernsehmacher je präsentieren kann.

Hier können die Kinder zwanglos ihre eigenen Bilder und Stimmungen auftauchen lassen, die sich doch in den meisten Fällen ganz anders zeigen, als jene, die durch die „Brille“ der Film- und Fernsehmacher meist höchstdramatisch gezeigt werden.

Ja selbst die lebhaftesten Kinder hängen an den Lippen und Augen des Erzählers, tauchen in ihre eigene Bilderwelt ein und können so viel besser zur Ruhe und Aufmerksamkeit gelangen.

Gerade das freie Erzählen schafft eine besonders zauberhafte Stimmung, da ein direkter Blickkontakt zwischen Erzähler und Publikum entsteht und jeder sich ganz persönlich angesprochen fühlt. Ohne viel Schnickschnack und überzogene Dramatik, nur mithilfe der einfühlsamen Stimme des Erzählers und lebendiger Gesten, bleiben die Kinder im Inneren ruhig und ausgeglichen, freudig konzentriert und schöpferisch kreativ.

Und wenn dieses lange in Erinnerung bleibende Erlebnis auch noch in einem kleinen Märchen-Tipi stattfindet, das ein besonders geschütztes und geborgenes Umfeld bietet, dann sind die Kinder ganz besonders begeistert.

Mehr Informationen sowie Preise vom Märchen Tipi finden Sie gleich hier:
http://maerchenfest.de/tipikosten

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Seminarleiter

Märchen und Geschichten frei erzählen im Tipi

 

Zeit zum Träumen – Märchen erzählt

Zeit zum Träumen - Märchenerzählerin Rita Maria FröhleMärchen gehören zum Kulturschatz vieler Völker und unterhalten Groß und Klein schon seit Jahrhunderten. Sie regen die Fantasie an und vermitteln Kindern eine Vorstellung von Regeln, von Gut und Böse, und versprechen: Am Ende siegt stets das Gute.

Farbenfrohes Bühnenbild und viele spannende Geschichten

Dass Märchen wunderbar zum Schmunzeln und Träumen einladen, stellte am vergangenen Samstag die Vlothoer Märchenerzählerin Rita Maria Fröhle unter Beweis. Auf Einladung des Fördervereins Hoppetosse des Familienzentrums Villa Kunterbunt in Exter kam die Märchenerzählerin ins evangelische Gemeindehaus am Alten Schulweg und brachte nicht nur ein farbenfrohes Bühnenbild, sondern/natürlich vor allem viele spannende Geschichten mit.

Abwechslungsreich gestaltete und frei erzählte Märchen zum Träumen

Dieses Angebot kam bei den mehr als 60 Kindern und Erwachsenen bestens an. Gemeinsam lauschten sie den von Rita Maria Fröhle abwechslungsreich gestalteten und frei erzählten Märchen. So genossen die Jungen und Mädchen mit ihren Eltern und Mitgliedern des Förderverein Hoppetosse zwei Stunden lang eine im Wortsinn märchenhaft gestaltete Auszeit vom Alltag. Der Förderverein dankte Rita Maria Fröhle herzlich.

Aus: WESTFALEN-BLATT, 20. November 2015

Zeit zum Träumen - Märchenerzählerin Rita Maria Fröhle

Märchenerzähler: Jetzt ist Märchenzeit!

Zeit für Märchen - Märchenerzähler Karlheinz Schudt

Für anderthalb Stunden tauchen die Grundschüler in eine Welt ein, in der Geschichten gut ausgehen. Zu kaum einer Zeit werden mehr Märchen erzählt als z. B. im Advent. Das bestätigt einer, der nichts anderes tut. Karlheinz Schudt aus dem westfälischen Vlotho. Aus dem Ort nahe der Partnerstadt Bünde kam im Jahre 2002 wichtige Hilfe nach der Flut. Gestern brachte der Wahl-Westfale Märchen mit, die jedes Kind kennt. Trotzdem waren die Märchenstunden für alle eine Überraschung.

Kinder und Erwachsene kommen in der Stadtbibliothek ins Schwärmen

Schudts Erzählweise brachte sogar die Bibliothekarinnen Kerstin Otto und Konstanze Eulitz ins Schwärmen. Die beiden hatten die Veranstaltung organisiert und aus dem Etat der Einrichtung finanziert. Der Geschichten- und Märchenerzähler Karlheinz Schudt weiß große und kleine Gesten so geschickt in seine Erzählweise einzubinden, dass er seine Zuhörer gleichsam „an seine Lippen fesselt“. Und das galt in der Stadtbibliothek Leisnig nicht allein für die Kinder, sondern auch für Erwachsene.

Er kommt allerdings nicht allein durch seine Erzählweise bei seinen Zuhörern gut an, denn er hat eine märchenhafte Kulisse im Gepäck, vor der er seine Zuhörerschaft noch viel leichter in seine märchenhafte Welt eintauchen lässt.

Die Grundschüler hingen förmlich an den Lippen des Märchenerzählers

Jedes Jahr ist das nicht drin. Auch deshalb waren die Märchenstunden zunächst für die Erst- und Zweitklassler und darauf noch einmal für die älteren Grundschüler etwas Besonderes. Wie gebannt hingen die Kinder an den Lippen des Mannes. Karlheinz Schudt trug die Märchen so vor, dass sich die Zuhörer mitten ins Geschehen versetzt fühlen. Als es zum Beispiel um ein leckeres Würstchen ging, das auf einen Tisch flog, lief manchem das Wasser im Munde zusammen. In diesem Märchen ging es um Wünsche, die mit Bedacht gewählt und ausgesprochen werden sollten. In diesem Fall war der Ausgang nicht so glücklich. Doch in vielen Fällen ist das anders.

Märchen machen Mut: einfach, natürlich und schnörkellos!

Karlheinz Schudt, der 1983 als Puppenspieler begonnen und inzwischen rund 850 Märchenerzähler(innen) ausgebildet hat, erzählt Märchen aus aller Welt: „In unserem Kulturkreis hören die Kinder die traditionellen Märchen am liebsten“, so seine Erfahrungen. Er selbst steht auf Geschichten, die einfach und schnörkellos sind. „Rotkäppchen“ ist ein Beispiel dafür, der „Teufel mit den drei goldenen Haaren“ ein anderes.

Aus: Döbelner Allgemeine Zeitung, 22. Dezember

Märchenfeste schaffen Höhepunkte - Download Infomappe

 

Märchenhaft: Mit einfachen Mitteln Kinder begeistern!

Märchenerzähler für Kinder„Ah, gibt es jetzt ein Theater?“, „Machst Du ein Puppenspiel?“, „Sehen wir jetzt einen Film?“

Diese oder ähnliche Fragen kommen mir als Märchenerzähler immer wieder entgegen, wenn ich vor meiner märchenhaften Kulisse den Kindern gegenüberstehe und in ihre erwartungsvollen Augen blicke.

„Ja, liebe Kinder, Ihr seht einen Film, auch ein Puppenspiel und wenn Ihr es wünscht, gibt es jetzt auch ein Theater! Allerdings nicht so, wie Ihr es vielleicht kennt, nein, hier bei mir könnt Ihr Euch alles selbst ausmalen, so, wie es Euch am liebsten und schönsten ist. Und Ihr werdet sehen, es geht ganz von alleine und Ihr braucht nicht einmal ein Kino, ein Theater oder einen Fernseher dazu.

Hört doch einfach einmal zu …“

In Stille nehme ich mein „Zauberinstrument“ in die Hand und spiele darauf ein paar märchenhafte und beruhigend schöne Töne, die nun das „Märchentor“ öffnen und mir das erste Märchen ins Ohr „flüstern“, das ich nun den Kindern frei erzähle.

Einfach märchenhaft und viel schöner als ein Film!

„Es war einmal …“ sind meine ersten Worte und es dauert nur wenige Sekunden, bis die Kinder in ihrem eigenen „inneren Theater“ sitzen und dort das schönste Puppenspiel oder den schönsten Film erleben, den sonst kein Film- und Fernsehmacher je präsentieren konnte.

Ja selbst die lebhaftesten Kinder hingen an meinen Lippen und Augen, tauchten in ihre eigene aktive Vorstellungswelt ein und kamen so zur Ruhe und Aufmerksamkeit.

Ein solches Phänomen kennen wir doch alle. Ist denn ein Buch, in das wir begeistert eintauchen, nicht viel schöner und erfüllender, als ein Film dazu? Können wir hier nicht unsere individuellen Bilder und Stimmungen auftauchen lassen, die sich doch in den meisten Fällen ganz anders offenbaren, als jene, die uns durch die „Brille“ der Film- und Fernsehmacher – meist höchstdramatisch – gezeigt werden?

Gerade mit der uns Menschen eigenen Vorstellungskraft können wir großartiges bewerkstelligen, denn sie ist die „Schwester“ unserer Inspiration, die wiederum die Quelle aller unserer kreativen Ideen ist.

Innere Ruhe, Vorstellungskraft und Kreativität der Kinder stärken

Durch die einfache aber höchst wirkungsvolle Art des freien Erzählens von Märchen und/oder Geschichten werden die Kinder in ihrer eigenen Vorstellungskraft aktiv bestärkt. Gerade das freie Erzählen schafft eine besonders zauberhafte Stimmung, da ein direkter Blickkontakt mit dem Publikum stattfindet und jeder persönlich angesprochen ist und sich dementsprechend auch fühlt, schließlich heißt es ja im Volksmund:

„Die Augen sind das Tor zur Seele!“

Ohne viel Schnickschnack, überzogene Dramatik und ablenkende Sensation, nur mithilfe der einfühlsamen Stimme des Erzählers oder der Erzählerin und das bloße Zuhören, bleiben die Kinder im Inneren beweglich und schöpferisch, was sich allmählich äußerlich – je nach Kind – in mehr Gelassenheit, Konzentration und praktischer Kreativität ausdrückt.

Auch wenn die echten Märchen keinesfalls eine heile Welt schildern, so zeigen sie doch, dass es trotz aller Herausforderungen immer gut ausgeht. Und wer die Märchen mit dem Herzen betrachten kann, der weiß, dass besonders jene Seelenbilder viel mehr mit unserem ganz alltäglichen Leben zu tun haben, als wir glauben und Lösungsmöglichkeiten für so manche Engpässe im Alltag offenbaren könnten.

Märchen fördern das Mitgefühl, die Zuversicht und Lebensfreude!

Für die meisten Kinder sind die Märchen eine Tatsache, da sie auch in dieser Märchen-Welt leben, ohne dass man sie ihnen erklären müsste. Wir Erwachsenen sind leider schon all zu sehr von unserem überbetonten Verstandes-Muster vereinnahmt, so dass wir kaum Zeit und Muße finden, uns auf die „Sprache“ der Märchen einzulassen.

Aber das macht nichts. Es ist niemals zu spät und man kann damit auch jederzeit wieder beginnen und neben dem passiven Film- und Fernsehkonsum auch Alternativen finden und anbieten, wie z. B. das freie Märchen erzählen oder das Märchen-Mitmach-Programm, das sowohl die aktive und individuelle Vorstellungskraft, Inspiration und Kreativität der einzelnen Kinder fördert, Entspannung und darüber hinaus auch noch jede Menge Mitgefühl, Zuversicht und Lebensfreude schenkt.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Seminarleiter

Märchenerzähler Märchenerzählerin

Grimms Märchen auf Wohlfahrtsmarken

wohlfahrtsmarkenWohlfahrtsmarken sind Briefmarken mit einem zusätzlichen Centbetrag. Der Zuschlagserlös aus dem Verkauf der Marken leistet einen Beitrag zur Finanzierung sozialer Projekte der in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. zusammengeschlossenen Organisationen.

Die Wohlfahrtsmarken des Jahres 2014 zeigen Motive aus dem allseits bekannten Märchen “Hänsel und Gretel” – der Geschichte zweier Geschwister, die im Wald von ihren Eltern ausgesetzt werden und sich dort von einer bösen Hexe befreien müssen.

Kindheitserinnerungen werden mit diesen Marken wieder wach. Wer kennt nicht die Frage der Hexe, als die Kinder an ihr Häuschen klopfen: “Knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?” und deren Antwort: “Der Wind, der Wind, das himmlische Kind”. Für die nächsten Jahre ist die Herausgabe weiterer Marken zu Grimms Märchen geplant.

Wettbewerb “Märchenhafte Fotos”

Auf der Homepage der Wohlfahrtsmarken läuft ein Wettbewerb, der dazu einlädt, Fotos von märchenhaften Motiven zu schießen. Dies können Märchenschlösser oder Märchenbrunnen und -figuren sein, die es an zentralen Punkten in vielen Städten gibt, oder schöne Ansichten auf der “Deutschen Märchenstraße”, auf öffentlichen Aufführungen, Festivals oder Veranstaltungen.

Märchenhafte Seiten

Anlässlich der Herausgabe der Wohlfahrtsmarken zu Grimms Märchen wurde eine Sammlung sehens- und teilweise auch hörenswerter Seiten im Internet rund um Märchen – nicht nur der Brüder Grimm – erstellt. Außerdem gibt es eine Suchmaschine, mit der Volltextsuche in allen Angeboten möglich ist. Hier geht´s zum Angebot.

Jürgen Baums

Zeit zum Träumen - Märchenerzählerin Rita Maria Fröhle

Erotische Geschichten, eine Märchenerzählerin und die Kelly-Family

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Erotisches Geschichten und Märchen-Menü lockte viele Gäste ins Restaurant „Mundart“ nach Cham zu einem besonderen Abend mit besonderen Beilagen in vier Gängen inklusive Märchenstunde.

© Claudia Peinelt, Artikel veröffentlicht am 26.01.2014 in der Mittelbayrischen Zeitung

Cham. Meine Freundin Angelika und ich öffnen die Türe zum Restaurant MundArt und unser Blick trifft auf eine unscheinbare, grauhaarige Frau. Man könnte meinen, sie sei ein Mitglied der Kelly-Family. Barfuß in Jesuslatschen sitzt sie auf einer Bank, hat die Augen zu und ihre Hände ineinandergeschlungen. Meine Freundin und ich sehen uns an und müssen schon schmunzeln.

Essen mit Lust und Leidenschaft

Wir werden von Manuela Heizler, Inhaberin des Restaurants MundArt, herzlich empfangen, und die unscheinbare Frau stellt sich als die Märchenerzählerin Rita Maria Fröhle heraus. Na toll, denken wir uns, das wird was werden. Heizler begleitet uns zum schön eingedeckten Tisch. Unser Blick schweift durch das Lokal. Überall nur Pärchen.

Mein Blick trifft auf einen Tisch. Vier Personen stecken ihre Köpfe zusammen und tuscheln. Oh je, denke ich mir. Zu meiner Freundin sage ich:“ Jetzt passiert das, was wir vorhergesehen haben“. Zwei Frauen bei so einem Abend, der mit Leidenschaft, Liebe und Lust zu tun hat. Egal. „Ist der Ruf erst ruiniert …

Wir lachen und lassen uns einen Prosecco servieren. „Dark Hugo“ steht auf der Getränkekarte. Prosecco, Holunderbeerensirup, Limette und Minze. Verdammt gut, stellen wir fest. Die Plätze füllen sich, und siehe da, da kommen doch noch zwei Frauen ins Restaurant. Ich gehe hin und frage, ob ich kurz stören dürfte. Auf meine Frage, warum zwei Frauen an einem erotischen Geschichten und Märchenmenü teilnehmen, antwortet die eine Frau sofort. „Weil ich neugierig war, was das ist. Und wir beide feiern heute unser Zweijähriges.“ In meinem Kopf beginnt es zu rattern und die lachende Frau erkennt wohl die Fragezeichen in meinen Augen. „Nicht das, was sie denken. Wir sind nicht zusammen“. Gut, das wäre also auch geklärt.

„Mal schauen, was wir aus diesem Abend machen“,
erklärte sie und lachte ihren Mann an.

Schräg gegenüber sitzt ein Ehepaar. Ich gehe hin, stelle mich vor und frage die Frau, warum sie an dieser Veranstaltung teilnehme. Vor Weihnachten hat sie von diesem Ereignis gelesen und es kurzerhand ihrem Mann geschenkt. „Mal schauen, was wir aus diesem Abend machen“, erklärt sie und lacht ihren Mann an.

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Auch die beiden Verliebten am Tisch in der Ecke meinen, dass sie eigentlich noch einen Faschingsball besuchen möchten. „Wir wissen aber noch nicht, ob wir nicht gleich im Anschluss nach Hause fahren“, erklärt sie und zwinkert ihrem Gegenüber zu.

Der erste Gang wird serviert. Gebratener Lachs auf einem lauwarmen Tomaten-Lauchcocktail mit Basilikumschaum. Was war das gut.

Eine leise Klangschale ertönt, und die Märchenerzählerin tritt ins gedämpfte Licht. Hinter ihr ist eine wallende Tücherwand aufgebaut, eine Kerze brennt am Boden, und danebensteht eins Schatzkästchen. „Warum lieben sich Mann und Frau? Warum schlafen sie miteinander? Die Seele tief im Menschen weiß es. Doch sie ist schüchtern, sie schweigt. Also, hört die Wahrheit“, so Rita Maria.

Whow …, was für eine Stimme, was für eine Gestik.

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Wir begeben uns auf eine Reise ins Land der erotischen Märchen und Geschichten. Die Gäste müssen nichts tun, sich nur zurücklehnen, die Augen schließen und genießen. Im ersten Teil erzählt sie vom variationsreichen Liebesspiel zwischen Mann und Frau, Ihr Ziel sei es immer wieder, „Eins zu werden“. Die Sehnsucht ziehe sie auf den Weg, Leidenschaft lasse sie Tiefe erfahren, und Lust schenke ihnen unendliche Freude dabei.

„Manche Männer schauen eisern auf den Tisch,
viele Frauen haben ein Lächeln im Gesicht“

Manche Männer schauen eisern auf den Tisch, viele Frauen haben ein Lächeln im Gesicht. Nach 20 Minuten ist der erste Märchengang vorbei. Es wird Curry-Apfelsüppchen mit Ciabatta-Brotchip serviert. Wir stellen fest, dass die Speisen und die Märchen dazu sozusagen das Vorspiel waren.

Zum Liebesspiel hin bewegend erzählt die 52-Jährige vom Brautpaar, das sich endlich seiner Lust hingeben konnte. Die Stimmung ist sehr angenehm geworden im Restaurant. Der Hauptgang wird serviert. Mit Paprika gefüllte Poulardenbrust auf einer Rucolarahmsoße mit Zucchinigemüse und Pestognocchi. Wirklich ein Gaumenhochgenuss. Die Märchenerzählerin versteht es, die Gäste den Herzschlag der Liebenden spüren zu lassen. Der Höhepunkt des Abends ist ihr perfekt gelungen.

Nach angenehmen, prickelnden und herzerfrischenden drei Stunden wird die Nachspeise serviert. „Bettgeflüster“ ist ein Dialog von dunklem Schokoladenmousse und weißem Schokoladenchiliparfait sowie frischen Früchten. Ein hervorragend gelungener Abend, wie auch Uschi und Wilfried H. meinten. Und wie der Abend für das eine und andere Pärchen ausgegangen ist …, das bleibt ein Geheimnis.

Zeit zum Träumen - Märchenerzählerin Rita Maria Fröhle